PropArt 2015

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Wer sich dieses Jahr Urlaub auf den Malediven gebucht hat, warf sein Geld zum Fenster raus: Die Artenvielfalt und die hochsommerlichen Temperaturen waren an der Propart 2015 genauso vorhanden wie gutes Bier und ein entspannendes Schwätzchen. Zum sechsten Mal ging einer der gemütlichsten und familiärsten Kunst-Events der Schweiz über die Bühne.

„Dieses Jahr haben wir versucht, das Ganze mal etwas auszureizen“, erklärt uns Simona Tanner. Sie hat die Propart 2015 mitorganisiert, welche mit 37 Künstlern die Konzepthalle 6 in Thun fast komplett ausfüllte. Ob Airbrush, Pinsel, Spraydose oder Lackmarker: Die Leinwände bekamen alle einen ordentlichen Neuanstrich. Unter den Künstlern war vom Tattoo-Artists bis zur Lehrerin alles vertreten, die Sujets variierten von Totenschädel bis Schmetterling und die kreative Energie beflügelte einem sogar noch mehr als das kühle Bier. Wir konzentrierten uns vokalem auf vier Individuen. Das erste Interview führten wir mit Daniel Zeltner. Der reisefreudige Basler verriet uns die Idee hinter seinem Bild und erzählte uns von den damit verbundenen Reiseerlebnissen in Südamerika. Mit einem super Akzent und einem noch besseren Zeichnungsstil ausgestattet trafen wir kurz darauf Boris Chiaradia, welcher zu späterer Stunde mit seinem Werk den zweiten Platz abräumen sollte. Seine detaillierte Darstellung von Mutter Natur sorgte bereits am Nachmittag für viel Aufsehen, und wir sind froh dass wir dem sympathischen Monsieur ein paar Fragen stellen durften. Simpático war auch Andres Pacheco. Der von Kopf bis Fuss tättowierte Herr aus Chile lebt seit fünf Jahren in Luzern, wo er Kunstwerke in Hautschichten verewigt dass einem der Mund offen steht. Seinen fotorealistischen Stil mischte er an der Propart mit einer interessanten Stencil-Technik. Das Interview, welches dann folgte, liess Fragen offen. Zum Beispiel, wie sich die menschliche Rasse bis an die Spitze der Nahrungskette hocharbeiten konnte. Oder wie sie es fertig brachte, überhaupt das Konzept der Atmung zu verstehen. Claudio Bomio ist wohl gleichermassen das Fragezeichen wie die Antwort darauf, ob Genie und Dämlichkeit so nahe nebeneinander existieren können. Eines steht allerdings fest: seine Tattoos genau wie seine Bilder sind zeichnerisch und kompositionstechnisch erste Klasse.