Luzerner Regierung will Fachklasse Grafik wegsparen

Die Fachklasse Grafik soll schliessen – so sieht es der Luzerner Regierungsrat vor. Der nationale Dachverband ist entrüstet und wehrt sich vehement dagegen.

Die letzten Studenten haben ihre vierjährige Ausbildung Mitte August begonnen, weitere Studenten sollen in der Fachklasse Grafik in Luzern keine mehr aufgenommen werden. Die schulische Alternative zur Lehre als Grafiker hat insofern an Bedeutung gewonnen, als dass es in der Zentralschweiz im grafischen Bereich trotz hoher Nachfrage nach ausgebildeten Berufsleuten fast keine Lehrstellen gibt.

Pro Jahr traten bisher 30 neue Studenten in die Ausbildung ein – insgesamt werden an der Fachklasse Grafik derzeit 100 neue Grafikerinnen und Grafiker ausgebildet, wie die «Neue Luzerner Zeitung» berichtete. Bisherige Kosten für den Kanton Luzern im laufenden Jahr: 2,9 Millionen Franken.

Regierung: Kein Kommentar

Die Regierung hüllt sich derzeit in Schweigen. Weder die Regierung noch die Verwaltung würden einzelne Vorab-Informationen zu Sparmassnahmen vor der Präsentation des Budgets für 2016 und des Aufgaben- und Finanzplans 2016 bis 2019 von Ende Oktober kommentieren.

Beim Dachverband der Grafiker, dem Schweizer Grafiker Verband, löst das drohende Aus für die Fachklasse Grafik in Luzern helle Empörung aus. Geschäftsführerin Susann Mäusli sagt: «Ich bin entsetzt. Das ist eine Katastrophe für die ganze Branche.» Ein erster Abbauschritt – die vierjährige Ausbildungszeit hätte halbiert werden sollen – habe man Anfang des letzten Jahres noch abwenden können.

Mäusli will sich auch diesmal für ihre Branche, die fast keine Lobby hat, wehren: «Wir werden vom Verband aus an die Kantonsräte gelangen und um den Verbleib der Schule, die schweizweit das beste Renommee hat, kämpfen», so Mäusli gegenüber der «Neuen Luzerner Zeitung».

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