Essen verteilen statt wegwerfen

Im letzten Jahr verteilte die Schweizer Tafel 4‘321 Tonnen einwandfreie, überschüssige Lebensmittel an 484 soziale Institutionen in der Schweiz. Erstmals ging die Menge verteilter Lebensmittel leicht zurück.

Jede siebte in der Schweiz wohnhafte Person ist von Armut bedroht*. Die Zahl der Sozialhilfebe- zügerinnen und -bezüger stieg um 2.7%**. Armut existiert in der Schweiz – wenn auch weniger sichtbar, so doch mit einschneidenden Konsequenzen für die betroffenen Personen. Verschiedene Institutionen und Einrichtungen kümmern sich in der Schweiz um armutsbetroffene oder sozial schwache Menschen. 484 dieser sozialen Institutionen hat die Schweizer Tafel 2015 mit einwand- freien, überschüssigen Lebensmitteln beliefert: Gassenküchen, Lebensmittelabgabestellen, Hilfswerke, Werkstätte für arbeitslose oder beeinträchtigte Menschen, Asylunterkünfte.

4‘321 Tonnen Lebensmittel verteilte die Schweizer Tafel 2015, das sind täglich 17.1 Tonnen einwandfreie Nahrungsmittel. Mit 38 Kühlfahrzeugen ist die Hilfsorganisation in 11 Regionen unterwegs und fährt 590 Lebensmittelspender in der Schweiz an.

Verteilte Lebenmittelspenden in Tonnen

2012 - 3674 Tonnen
2013 - 3979 Tonnen
2014 - 4379 Tonnen
2015 - 4321 Tonnen

Einseitiger Warenkorb

Erstmals in der 15-jährigen Geschichte der Schweizer Tafel stagniert die Menge der verteilten Lebensmittel. Das Bewusstsein für Lebensmittelverschwendung wächst – in der Bevölkerung als auch im Detailhandel. „Dieser Trend ist begrüssenswert“, so Daniela Rondelli, Geschäftsleiterin der Schweizer Tafel. „Wir vermuten aber, dass der leichte Rückgang auch auf die neue Datierung der Lebensmittel zurückzuführen ist.“ Nahrungsmittel, welche kein «zu verkaufen bis…» sondern nur noch ein «zu verbrauchen bis…»-Datum haben, bleiben oft bis zu diesem Datum in den Regalen und werden somit nicht an Lebensmittelhilfen weitergegeben. Dies zeigt sich in der Menge als auch im Warenmix: „Unser Warenkorb ist einseitiger geworden, wir verteilen viel weniger Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte.“

Brücke vom Überfluss zum Mangel

Das Ziel der Schweizer Tafel ist nicht Wachstum. „Mit unserer Arbeit wollen wir in erster Linie möglichst viele armutsbetroffene und bedürftige Menschen mit einwandfreien überschüssigen Lebensmitteln unterstützen. Doch gut wären die Zustände erst, wenn es uns gar nicht mehr brauchen würde“, so Daniela Rondelli.

Essen verteilen statt wegwerfen