Bane – Graffiti & Airbrush

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Heute ist er ein gefragter Künstler, der um die Welt reist und riesige Murals malt. Wir treffen Fabian Florin in seinem Atelier in Zürich, wo er unter dem Künstlernamen ‚Bane‘ mit Cruze und einem weiteren Künstler arbeitet. Ein Pinsel steckt in seinem Haarknäuel, während er mit seiner Airbrush-Pistole einem Bild feine Details hinzufügt. Man sieht realistische Portraits von Mensch und Tier, abstrakte Experimente mit Styropor-Bildern und Skizzen für Tattoos, die bald gestochen werden. Ein viel beschäftigter Mann mit einer unersättlichen Kreativität. Aber bevor er von der Muse geküsst werden konnte, musste er erst einen dunklen Schatten ablegen. Während Batman’s gleichnamiger Gegner sich aus einem alptraumhaften Gefängnis befreien musste, erging es Fabian ‚Bane‘ Florin nicht viel anders. Nur dass sein Kampf von der Sorte war, die man ungern in Filmen oder in Comics der breiten Öffentlichkeit zeigt. 14 Jahre Heroinkonsum machten es ihm nicht gerade leicht, auf dem rechten Weg zu bleiben. Als ihn der Staat vor die Wahl zwischen Gefängnis und Langzeit-Therapie stellt, ist sein Vorstrafenregister bis zum Rande gefüllt.

Im ‚Neuthal‘, einem Therapie-Zentrum im Zürcher Oberland, entdeckt er sein Interesse an der Kunst wieder. Als er nach 10 Jahren zum ersten Mal wieder eine Spraydose in der Hand hält und an einer Graffiti-Jam den ersten Platz gewinnt, kommt das Licht am Ende des Tunnels einen grossen Schritt näher: „In dem Moment wusste ich genau, wer ich bin, wo ich bin, wieso ich hier bin und wo es hin soll.“

Nicht nur bei diesem Thema ist seine Wortwahl sicher und direkt. Man merkt, dass er sich stark mit seinem Inneren auseinander setzen musste, denn wenige Künstler finden so genaue Worte um das auszudrücken, was ihnen beim Arbeiten durch den Kopf geht.
Wohin ihn seine Leidenschaft in der kurzen Zeit seit der Selbständigkeit 2012 geführt hat, ist nicht weniger als beeindruckend.

baneartworks.com